Die Rote Armee, eine unorganisierte, rote Horde aus schlecht versorgten, undisziplinierten Soldaten, geführt von gewissenlosen Offizieren und Generälen, die ihre Soldaten bedenkenlos ins Feuer der deutschen MGs hetzten? Der Fachmann kommt zu einem anderen Schluss, zumindest soweit es die Verteidigungsoperation am Balaton im März 1945 betrifft. Die Balaton Verteidigungsoperation stellt den Schlüssel zum Verständnis des Denkens sowjetischer Militärs im Kalten Krieg dar und erklärt, weshalb dieser in Mitteleuropa nie eskalierte.
Der Osten Österreichs und Ungarn sind eine offene Gegend, reich an Ressourcen, aber arm an natürlichen Hindernissen. Seit Jahrhunderten zogen zahlreiche Heere hie durch. Nachdem die magyarischen Nomadenkrieger Europa in Angst und Schrecken versetzt hatten, wurden sie selbst sesshaft und mussten sich Invasoren erwehren. Von dieser bewegten kriegerischen Geschichte zeigen heute noch zahlreiche Festungen.
Aufgrund zweifelhafter strategischer Entscheidung wurde die Region am Plattensee (Balaton) im März 1945 als Schauplatz der letzten großen Offensive der deutschen Panzerwaffe ausgewählt. Der sowjetische Abwehrerfolg ebnete den Weg nach Wien, das nicht zuletzt dank der Ereignisse am Balaton einen Monat später weitgehend unzerstört eingenommen werden konnte. Die Ereignisse dienen uns auf unserer Reise als Lehrstück für operatives Denken.
Tag 1: 6. Oktober 2025
Treffpunkt in Wien, Fahrt nach Heviz, dem wohl bekanntesten Kurort in Ungarn am gleichnamigen See. Der See wird aus einer 40°C warmen Quelle in 38 m Tiefe gespeist und weist an der Oberfläche auch im Winter minimal 28°C Temperatur auf, sodass Schwimmen und Baden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglich ist. Rund um den See finden sich Cafés, Restaurants und Läden. Dem Wasser des Sees wird heilende Wirkung zugeschrieben.

Bild: Badesee Heviz
Wir errichten unsere Basis in der Pension Vesta-Voyage auf dem Hügel oberhalb des Dorfzentrums, mit Aussicht über die Ebene am Westende des Sees und in die westlichen Ausläufer des Bakony-Waldes. In zwei nebeneinander liegenden Häusern beziehen wir schön hergerichtete Zimmer und Suiten, die alle über ein großes Doppelbett, ein separates Sofa, Tisch, Dusche/WC, Balkon und eine Kochnische verfügen. Parkplätze sind vor dem Haus verfügbar. Bei schönem Wetter werden wir im Garten zwischen den Häusern nach unseren Ausflügen unseren Apéro genießen. W-LAN und Fernseher sind in allen Zimmern vorhanden. Das Dorfzentrum befindet sich ca. 10 Gehminuten entfernt. Wem es einmal zu viel wird mit Militärgeschichte, kann sich folglich auch einmal einige Stunden alleine in Heviz verweilen oder auch einen Tag nach der Exkursion anhängen.

Bild: Vesta-Voyage und Zimmer
Von der Burg Szigliget werden wir uns einen Überblick über die Balaton-Region verschaffen und einen Abstecher in das Städtchen Keszthely machen.
Bild: Burg Szigliget
Tag 2: 7. Oktober 2025
Fahrt nach Székesfehérvár, Besichtigung der Altstadt, Mittagessen in einem gemütlichen Restaurant in der Altstadt und danach Blick in das Gelände, in welchem im März 1945 zwei SS-Panzerkorps angriffen. Wir werden das Gelände und die darin befindlichen Hindernisse anschauen und unsere Schlussfolgerungen in Bezug auf die Kriegsparteien machen. Mit einem Abstecher in die Burg Simontornya verschaffen wir uns eine kleine Abwechslung.

Bild: Burg Simontornya
Tag 3: 8. Oktober 2025
Fahrt in die Region Kaposvár. Auf dem Weg dorthin werden wir erneut das Gelände, beurteilen, in welchem eine deutsche Panzerarmee angriff und in welchem eine sowjetische Armee die Verteidigung führte. Das Mittagessen nehmen wir im Städtchen Kaposvár ein, das sich in den letzten Jahren herausgeputzt hat, was wir selbstverständlich anschauen werden. Auf dem Rückweg machen wir auf einem Hügel oberhalb von Weinbergen Halt und werden dort die lokalen Produkte verkosten.

Bild: Denkmal für die Rote Armee westlich von Kaposvár, an einem der Brennpunkte der Kämpfe im März 1945
Tag 4: 9. Oktober 2025
Fahrt zum Militärmuseum Zanka, wo wir einige der hauptsächlichen Waffensysteme unseres ehemaligen Feindes aus dem Kalten Krieg, der ungarischen Volksarmee ansehen werden. Anschließend werden wir vom Kab-hegy Hügel aus einen Blick in das Gelände werfen, in welchem die Rote Armee nach Abwehr der deutschen Angriffe zum Gegenangriff überging und die sogenannte Wiener Operation einleitete. Das Mittagessen nehmen wir im Städtchen Veszprém ein. Auf dem Rückweg machen wir einen zeitlichen Sprung ins späte Mittelalter, vor der Eroberung weiter Teile Ungarns durch die Osmanen, in der spektakulär gelegenen mittelalterlichen Festung Sümeg. Dort gibt es hinterher auch lokal gebraute Biere zu verkosten.

Bild: Festung Sümeg
Tag 5: 10. Oktober 2025
Rückkehr nach Wien. Wer mag, kann um 75.- € einen Tag in Heviz anhängen und sich etwas der Wellness hingeben.
Der Preis von 1’500.- Fr. pro Person schließt Transporte, Zimmer, Frühstück und Museumseintritte ein. Auch die Kaffeepausen auf den Exkursionen und die Mittagsverpflegung bezahlen wir aus der „Kriegskasse“. Alkoholische Getränke und die Abendessen sind nicht im Preis inbegriffen. Ein Abendessen ist ab 15.- € zu erhalten. Die Region bietet eine abwechslungsreiche Küche mit Fleisch, Fisch, Wild, Geflügel, sowie Rot- und Weißweine in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Interessenten sind gebeten, sich per Mail ralphbosshard@yandex.com an den Veranstalter zu wenden.

