Direkt in die Gefahrenzone

Studienreise durch Belarus: Minsk – Schloss MirPark & Schloss Nesvizh – Stadt Brest – Naturpark Belovezhskaya Pushcha – Stadt  Borisov und die Beresina – Brauchtumsmuseum Dudutki

An der litauisch-belarussischen Grenze warnen die litauischen Behörden vor Reisen nach Belarus. Es sei gefährlich dort.

Erfahrungsgemäß ist das Gefährlichste einer Reise nach Belarus der litauische Zoll. Und wer Minsk gesehen hat, möchte eventuell gar nicht mehr zurück nach Vilnius. Deshalb reisen wir via Istanbul.

Tag 1: Samstag, 30. August

Flug von Zürich oder Basel via Istanbul

Ankunft in Minsk um 21:00 Uhr, Treffen am Flughafen, Transfer nach Minsk.

Check-in im Hotel NNN.

Bild Hotel NNN

Abendessen im Hotel.

Tag 2: Sonntag, 31. August, Schloss Mir & Nesvizh

Ausflug zum Schloss Mir und Nesvizh ( ~ 11 Stunden ). Beide Schlösser gehören zu den wertvollsten Architektur-Denkmälern von Belarus, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Das majestätische Schloss Mir, erbaut im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, hinterlässt ein markantes architektonisches Erscheinungsbild: die mächtigen Mauern und Türme sowie der farbenfrohe Innenhof machen einen unvergesslichen Eindruck, ebenso wie der Rundgang durch die Museumsausstellung im Nordgebäude des Schlosses. Das Eintauchen in die Lebensatmosphäre seiner Besitzer beginnt in den Kellern, in denen Lebensmittelvorräte gelagert und Weinkeller untergebracht waren, und endet im Ballsaal, der im Luxus des Rokokos geradezu ertrinkt.

Bild: Schloss Mir

Siehe auch  www.mirzamak.by.

Neben dem Schloss befindet sich eine im Jugendstil ausgeführte Grabkirche der letzten adligen Schlossbesitzer, der Fürsten Swjatopolk-Mirski. Der historische Teil des Dorfes Mir hat den Charakter des einstigen gemütlichen Ortes wunderbar bewahrt, an welchem Jahrhunderte lang Belarussen, Polen, Juden, Zigeuner, Tataren und Völker aus aller Welt zusammenlebten. Die orthodoxe Kirche, die katholische Kirche, Synagogen, Jeschiwa, Häuser von Handwerkern und Kaufleuten bilden das Ensemble des Marktplatzes von Mir.

Bild: Restaurant im Keller des Schlosses Mir

Mittagessen

Halbstündiger Transfer nach Nesvizh, der ehemaligen Hauptstadt der Ordination der Fürsten Radziwill. Auf dem Marktplatz dieser malerischen Stadt sind das Rathaus, alte Einkaufspassagen und Handwerkerhäuser erhalten geblieben; in der Nähe befindet sich das Sluzker Tor, ein Stadttor aus dem 17. Jahrhundert. Wir besuchen die Fronleichnamskirche, eine der ältesten Jesuiten-Kirchen weltweit, erbaut 1593 nach dem Entwurf des italienischen Architekten Giovanni Maria Bernardoni im Auftrag von Nikolai Christoph Radziwill „dem Waisen“: Die prächtigen Fresken der Kirche und die Krypta, sowie die Gruft der Familie Radziwill – die drittgrößte der Welt hinsichtlich des Grabvolumens – machen dieses Gotteshaus zu einem der wertvollsten in Belarus.

Es folgt eine Besichtigung des Palast- und Parkkomplexes von Nesvizh aus dem 16. – 18. Jahrhundert (Architekt Giovanni Maria Bernardoni), umgeben von hohen Erdwällen und großen Teichen. Seine Architektur verbindet Elemente der Renaissance, des Barock und des Klassizismus. Der majestätische Schlosspalast ist ein System von Gebäuden, die zu einem einzigen Ensemble verbunden sind und einen eleganten Prunkhof bilden. Besichtigung der beeindruckenden Exponate im Palastkomplex – der Prunksäle des Palastes wie den Jagd-, den Ball-, den Porträt-, den Kamin- und den Goldenen Saal, sowie die Wohn- und Wirtschaftsräume. Danach Spaziergang durch die malerischen Parks neben dem Schloss. Die Exkursion erzählt die Geschichte der Radziwill- Dynastie, die eine der einflussreichsten Familien des Großfürstentums Litauen und der polnisch-litauischen Union darstellte, welche das kulturelle Erbe des belarussischen Volkes und der gesamten europäischen Zivilisation tief geprägt hat.

Abendessen

Fahrt nach Brest. Übernachtung im Hotel NNN.

Tag 3: Montag, 1. September, Brest & Belovezhskaya Pushcha

Frühstück, Stadtrundfahrt durch Brest. Brest ist eine alte Stadt an der Grenze zwischen Belarus und Polen und wurde erstmals 1019 erwähnt. Die Stadt hat eine alte und reiche Geschichte: Sie war die erste der belarussischen Städte, die die Magdeburger Rechte erhielt; 1596 wurde hier die Brester Kirchenunion geschlossen, die die östlichen und westlichen Zweige des Christentums vereinigte; viele herausragende Persönlichkeiten lebten hier. 1921 wurde Brest Teil Polens und im September 1939 der UdSSR.

Bild: Ulitsa Sovyetskaya Brest

Quelle: Lorenzo di Stefano, Global Bridge, Берасце – בריסק‎ – Brześć – Brest-Litovsk – Брэст — Eine Reise in Belarus: Teil 3 – GlobalBridge

Das reiche kulturelle Erbe dieser Stadt umfasst alte und moderne Monumente: die St.- Simeon- Kathedrale, die St.-Nikolaus-Bruderschaftskirche, Herrenhäuser aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Wir machen einen Spaziergang durch die malerische Hauptstraße der Stadt, die Ulitsa Sovietskaja. Danach Besuch der Festung Brest (erbaut 1842), die zweimal in die Geschichte eingegangen ist: Im Weißen Palast wurde 1918 der Frieden von Brest-Litovsk zwischen Sowjetrussland und Deutschland geschlossen und hier leistete die Garnison in den ersten Tagen des Zweiten Weltkriegs bzw. des Großen Vaterländischen Krieges heldenhafte Verteidigung. Besichtigung der majestätischen Gedenkstätte „Brester Heldenfestung“ mit Forts, Bastionen, Kasernen und Skulpturen. Besuch des Festungsmuseums in einer alten Kaserne auf der zentralen Insel der Festung – der Zitadelle.

Bild: Festung Brest mit Denkmal

Quelle: Lorenzo di Stefano, Global Bridge, Берасце – בריסק‎ – Brześć – Brest-Litovsk – Брэст — Eine Reise in Belarus: Teil 3 – GlobalBridge

Siehe auch www.brest-fortress.by.

Mittagessen.

Ausflug in die Belovezhskaya Pushcha, welche in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Heute ist es ein Nationalpark, der eine reiche Flora und erstaunliche Landschaften vereint. Hier wächst die höchste Fichte Europas, mächtige Bisons leben hier und die Tierwelt ist erstaunlich vielfältig.

Bild: Bisons, russisch Zubr

Quelle: https://en.belarus.travel/news/nacionalnyy-park-belovezhskaya-pushcha

In der Belovezhskaya Pushcha besuchen wir das Naturmuseum, dessen reiche Sammlung von Exponaten die gesamte Palette der Flora und Fauna von Belarus darstellt. Besichtigung der Tiere.

Rückkehr nach Minsk. Abendessen, Übernachtung in Minsk.

Tag 4: Dienstag, 2. September, Borisow & Beresina

Frühstück. Fahrt nach Baryssau bzw. Borissow. Die Gründung von Borissow geht auf den Beginn des 12. Jahrhunderts zurück und ist mit dem Namen des Polozker Fürsten Boris Wseslawitsch verbunden. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt Teil des Großfürstentums Litauen; über 300 Jahre lang war sie eine Privatsiedlung der Adelsgeschlechter der Oginski und der Radziwill und seit 1793 Teil des Russischen Reiches. Rundgang durch das historische Zentrum von Borisov. Die hier vorhandenen Gebäude aus dem 19. bis frühen 20. Jahrhundert – eine Kirche, eine Kathedrale und einzelne Wohnhäuser – sind der „historische Pass“ der Stadt. Die Auferstehungskathedrale von 1874 (Architekt P. Merkulov) mit einem Glockenturm steht in der Mitte des Marktplatzes. Sie wurde im Geiste der pseudorussischen Architektur erbaut und zeichnet sich durch hohe künstlerische Qualität und Farbigkeit aus, und ihre volumetrische Komposition mit entwickelten mehreren Kuppeln ist eine strahlende Dominante des Platzes. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche Mariä Geburt, die Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil erbaut wurde. In der Stadt sind auch für belarussische „Schtetl“ – so der jiddische Ausdruck – typische Synagogen erhalten geblieben. Farbenfroh sind auch die Gebäude des Mädchengymnasiums, des Bahnhofs und der Einkaufspassagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Der durchbrochene Wasserturm aus Stahl wurde 1927 nach einem Entwurf des Ingenieurs Wladimir Schuchow errichtet. Der Russisch-Französische Krieg von 1812 hat die Geschichte der Stadt tief geprägt. Sie lernen die Orte kennen, die den Verlauf des Krieges mit Napoleon maßgeblich bestimmten. Die Exkursion beginnt mit einem Besuch der berühmten Befestigung der Brücke von Borisow, die vor dem Krieg von 1812 nach einem Entwurf des Ingenieurs General K. I. Opperman erbaut wurde. Diese Erdfestung ist ein einzigartiges Ingenieurbauwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert – im modernen Europa gibt es praktisch keine Befestigungsdenkmäler dieser Art mehr. Wir besuchen auch den Stakhovsky-Wald, das Schlachtfeld der blutigen Schlacht zwischen der russischen Armee unter Admiral Tschitschagow und dem Korps der französischen Marschälle Oudinot und Ney. An dieser Schlacht nahmen etwa 50’000 Soldaten teil. Wir erfahren etwas über die Taten der Schweizer Division. Auf dem Brilewskoe-Feldbesuchen wir die Denkmäler für die auf beiden Seiten gefallenen Soldaten. Und hier können wir versuchen, das historische Rätsel des Dorfes Zaniwki zu lösen – dem Hauptquartier von Kaiser Napoleon. Nachdem Sie die Beresina auf der Weselowski-Brücke überquert haben, genießen Sie die Landschaft ihres weiten Tals. Im Dorf Studenka besuchen wir das Denkmal für die europäischen Soldaten. Hier am Flussufer, befindet sich der Ort der großen Tragödie der französischen Armee, der in allen Memoiren der Zeitgenossen beschrieben wird – der Beresina-Übergang.

Bild: Borisov

Quelle: Homepage der Republik Belarus

Mittagessen

Heute ist Borisow auch als Heimatort des Fußballvereins „BATE“ bekannt. Wir werden das vielleicht markanteste moderne Architekturobjekt von Belarus sehen – das Gebäude der Borisow-Arena, welche internationale Spiele auf höchstem Niveau ausrichten kann.

Rückkehr nach Minsk. Abendessen, Übernachtung in Minsk.

Tag 5: Mittwoch, 3. September: Dududki & Minsk

Frühstück, danach Ausflug zum Museum für materielle Kultur Dudutki (ca. 5½ Stunden). Das ethnografische Museum von Dudutki wurde 1995 durch die Bemühungen von Enthusiasten unter der Leitung von E. Budinas gegründet und ist heute eines der meistbesuchten in Weißrussland. Dort sind Exponate des Volkslebens und funktionierende Werkstätten eines belarussischen Landguts aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Wir werden die einzige funktionierende Windmühle in Belarus anschauen, und in einer Töpferwerkstatt einem Meister an der Töpferscheibe bei der Arbeit zusehen. Wir werden eine alte Schmiede aus dem 19. Jahrhundert besuchen und Sie können ein Hufeisen schmieden, das Glück bringen soll… Auch eine traditionelle Tischlerwerkstatt mit Werkzeugen alter Meister und eine malerische Bäckerei mit der Geschichte des Brotbackens sind zu besichtigen, ebenso wie eine Oldtimer-Ausstellung. Außerdem gibt es einen Stall mit Orlow- Rassepferden, Straußen, Wildschweinen und anderen Tieren. Wir werden mit historischen Kutschen und Wagen ausgefahren, besuchen eine malerische Picknickwiese und tauchen in die Atmosphäre eines Adelssitzes ein. Während der Exkursion werden wir drei Verkostungen genießen:

  • in der Schwarzbrennerei: Schnaps, Brot, eingelegte Gurken, Honig
  • in der Bäckerei: frisch gebackenes Brot, 3 Käsesorten, Butter, Tee
  • in der Mühle: Bauernbrot mit Schmalz

Bild: Dudutki Museum

Quelle: yesbelarus

Mittagessen, Rückkehr nach Minsk.

Nachmittagsprogramm

Tag 6: Donnerstag, 4. September, Flug nach Istanbul und weiter nach Zürich oder Basel.

Reisepreis: 2’200 Fr.

Im Reisepreis inbegriffen sind:

Unterkunft: 4 Nächte in Minsk, 1 Nacht in Brest im Doppelzimmer. Für Einzelbelegung ist ein Aufpreis zu bezahlen.

Mahlzeiten: 5 Frühstücke + 5 Abendessen

Transport: Kleinbus der Touristenklasse auf der Strecke

Dienste eines englischsprachigen Reiseführers

Ausflüge mit Museumseintrittskarten:

  • Stadtrundfahrt durch Minsk
  • Ausflug Denkmäler Mir und Nesvizh
  • Ausflug zum Museum für materielle Kultur Dudutki mit Degustationen
  • Stadtrundfahrt durch Brest
  • Besuch des Brester Festungsmuseums
  • Besuch der Belovezhskaya Pushcha (Naturmuseum, Tiergehege)
  • Stadtrundfahrt durch Borisov
  • Besichtigung der Schlachtfelder von 1812

Flüge von Basel oder Zürich nach Minsk und zurück.

Die Mittagsmenüs – in der Regel nicht mehr als 15 Euro pro Person – sind selbst zu berappen.

Interessenten sind gebeten, sich per Mail ralphbosshard@yandex.com an den Veranstalter zu wenden.

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