Direkt in die Gefahrenzone

Studienreise durch Belarus: Minsk – Schloss MirPark & Schloss Nesvizh – Stadt Brest – Naturpark Belovezhskaya Pushcha – Stadt  Borisov und die Beresina – Brauchtumsmuseum Dudutki

An der litauisch-belarussischen Grenze warnen die litauischen Behörden vor Reisen nach Belarus. Es sei gefährlich dort.

Erfahrungsgemäß ist das Gefährlichste einer Reise nach Belarus der litauische Zoll. Und wer Minsk gesehen hat, möchte eventuell gar nicht mehr zurück nach Vilnius. Deshalb reisen wir via Istanbul.

Tag 1: Samstag, 30. August

Flug von Zürich oder Basel via Istanbul

Ankunft in Minsk um 21:00 Uhr, Treffen am Flughafen, Transfer nach Minsk.

Check-in im Hotel NNN.

Bild Hotel NNN

Abendessen im Hotel.

Tag 2: Sonntag, 31. August, Schloss Mir & Nesvizh

Ausflug zum Schloss Mir und Nesvizh ( ~ 11 Stunden ). Beide Schlösser gehören zu den wertvollsten Architektur-Denkmälern von Belarus, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Das majestätische Schloss Mir, erbaut im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, hinterlässt ein markantes architektonisches Erscheinungsbild: die mächtigen Mauern und Türme sowie der farbenfrohe Innenhof machen einen unvergesslichen Eindruck, ebenso wie der Rundgang durch die Museumsausstellung im Nordgebäude des Schlosses. Das Eintauchen in die Lebensatmosphäre seiner Besitzer beginnt in den Kellern, in denen Lebensmittelvorräte gelagert und Weinkeller untergebracht waren, und endet im Ballsaal, der im Luxus des Rokokos geradezu ertrinkt.

Bild: Schloss Mir

Siehe auch  www.mirzamak.by.

Neben dem Schloss befindet sich eine im Jugendstil ausgeführte Grabkirche der letzten adligen Schlossbesitzer, der Fürsten Swjatopolk-Mirski. Der historische Teil des Dorfes Mir hat den Charakter des einstigen gemütlichen Ortes wunderbar bewahrt, an welchem Jahrhunderte lang Belarussen, Polen, Juden, Zigeuner, Tataren und Völker aus aller Welt zusammenlebten. Die orthodoxe Kirche, die katholische Kirche, Synagogen, Jeschiwa, Häuser von Handwerkern und Kaufleuten bilden das Ensemble des Marktplatzes von Mir.

Bild: Restaurant im Keller des Schlosses Mir

Mittagessen

Halbstündiger Transfer nach Nesvizh, der ehemaligen Hauptstadt der Ordination der Fürsten Radziwill. Auf dem Marktplatz dieser malerischen Stadt sind das Rathaus, alte Einkaufspassagen und Handwerkerhäuser erhalten geblieben; in der Nähe befindet sich das Sluzker Tor, ein Stadttor aus dem 17. Jahrhundert. Wir besuchen die Fronleichnamskirche, eine der ältesten Jesuiten-Kirchen weltweit, erbaut 1593 nach dem Entwurf des italienischen Architekten Giovanni Maria Bernardoni im Auftrag von Nikolai Christoph Radziwill „dem Waisen“: Die prächtigen Fresken der Kirche und die Krypta, sowie die Gruft der Familie Radziwill – die drittgrößte der Welt hinsichtlich des Grabvolumens – machen dieses Gotteshaus zu einem der wertvollsten in Belarus.

Es folgt eine Besichtigung des Palast- und Parkkomplexes von Nesvizh aus dem 16. – 18. Jahrhundert (Architekt Giovanni Maria Bernardoni), umgeben von hohen Erdwällen und großen Teichen. Seine Architektur verbindet Elemente der Renaissance, des Barock und des Klassizismus. Der majestätische Schlosspalast ist ein System von Gebäuden, die zu einem einzigen Ensemble verbunden sind und einen eleganten Prunkhof bilden. Besichtigung der beeindruckenden Exponate im Palastkomplex – der Prunksäle des Palastes wie den Jagd-, den Ball-, den Porträt-, den Kamin- und den Goldenen Saal, sowie die Wohn- und Wirtschaftsräume. Danach Spaziergang durch die malerischen Parks neben dem Schloss. Die Exkursion erzählt die Geschichte der Radziwill- Dynastie, die eine der einflussreichsten Familien des Großfürstentums Litauen und der polnisch-litauischen Union darstellte, welche das kulturelle Erbe des belarussischen Volkes und der gesamten europäischen Zivilisation tief geprägt hat.

Abendessen

Fahrt nach Brest. Übernachtung im Hotel NNN.

Tag 3: Montag, 1. September, Brest & Belovezhskaya Pushcha

Frühstück, Stadtrundfahrt durch Brest. Brest ist eine alte Stadt an der Grenze zwischen Belarus und Polen und wurde erstmals 1019 erwähnt. Die Stadt hat eine alte und reiche Geschichte: Sie war die erste der belarussischen Städte, die die Magdeburger Rechte erhielt; 1596 wurde hier die Brester Kirchenunion geschlossen, die die östlichen und westlichen Zweige des Christentums vereinigte; viele herausragende Persönlichkeiten lebten hier. 1921 wurde Brest Teil Polens und im September 1939 der UdSSR.

Bild: Ulitsa Sovyetskaya Brest

Quelle: Lorenzo di Stefano, Global Bridge, Берасце – בריסק‎ – Brześć – Brest-Litovsk – Брэст — Eine Reise in Belarus: Teil 3 – GlobalBridge

Das reiche kulturelle Erbe dieser Stadt umfasst alte und moderne Monumente: die St.- Simeon- Kathedrale, die St.-Nikolaus-Bruderschaftskirche, Herrenhäuser aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Wir machen einen Spaziergang durch die malerische Hauptstraße der Stadt, die Ulitsa Sovietskaja. Danach Besuch der Festung Brest (erbaut 1842), die zweimal in die Geschichte eingegangen ist: Im Weißen Palast wurde 1918 der Frieden von Brest-Litovsk zwischen Sowjetrussland und Deutschland geschlossen und hier leistete die Garnison in den ersten Tagen des Zweiten Weltkriegs bzw. des Großen Vaterländischen Krieges heldenhafte Verteidigung. Besichtigung der majestätischen Gedenkstätte „Brester Heldenfestung“ mit Forts, Bastionen, Kasernen und Skulpturen. Besuch des Festungsmuseums in einer alten Kaserne auf der zentralen Insel der Festung – der Zitadelle.

Bild: Festung Brest mit Denkmal

Quelle: Lorenzo di Stefano, Global Bridge, Берасце – בריסק‎ – Brześć – Brest-Litovsk – Брэст — Eine Reise in Belarus: Teil 3 – GlobalBridge

Siehe auch www.brest-fortress.by.

Mittagessen.

Ausflug in die Belovezhskaya Pushcha, welche in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Heute ist es ein Nationalpark, der eine reiche Flora und erstaunliche Landschaften vereint. Hier wächst die höchste Fichte Europas, mächtige Bisons leben hier und die Tierwelt ist erstaunlich vielfältig.

Bild: Bisons, russisch Zubr

Quelle: https://en.belarus.travel/news/nacionalnyy-park-belovezhskaya-pushcha

In der Belovezhskaya Pushcha besuchen wir das Naturmuseum, dessen reiche Sammlung von Exponaten die gesamte Palette der Flora und Fauna von Belarus darstellt. Besichtigung der Tiere.

Rückkehr nach Minsk. Abendessen, Übernachtung in Minsk.

Tag 4: Dienstag, 2. September, Borisow & Beresina

Frühstück. Fahrt nach Baryssau bzw. Borissow. Die Gründung von Borissow geht auf den Beginn des 12. Jahrhunderts zurück und ist mit dem Namen des Polozker Fürsten Boris Wseslawitsch verbunden. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt Teil des Großfürstentums Litauen; über 300 Jahre lang war sie eine Privatsiedlung der Adelsgeschlechter der Oginski und der Radziwill und seit 1793 Teil des Russischen Reiches. Rundgang durch das historische Zentrum von Borisov. Die hier vorhandenen Gebäude aus dem 19. bis frühen 20. Jahrhundert – eine Kirche, eine Kathedrale und einzelne Wohnhäuser – sind der „historische Pass“ der Stadt. Die Auferstehungskathedrale von 1874 (Architekt P. Merkulov) mit einem Glockenturm steht in der Mitte des Marktplatzes. Sie wurde im Geiste der pseudorussischen Architektur erbaut und zeichnet sich durch hohe künstlerische Qualität und Farbigkeit aus, und ihre volumetrische Komposition mit entwickelten mehreren Kuppeln ist eine strahlende Dominante des Platzes. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche Mariä Geburt, die Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil erbaut wurde. In der Stadt sind auch für belarussische „Schtetl“ – so der jiddische Ausdruck – typische Synagogen erhalten geblieben. Farbenfroh sind auch die Gebäude des Mädchengymnasiums, des Bahnhofs und der Einkaufspassagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Der durchbrochene Wasserturm aus Stahl wurde 1927 nach einem Entwurf des Ingenieurs Wladimir Schuchow errichtet. Der Russisch-Französische Krieg von 1812 hat die Geschichte der Stadt tief geprägt. Sie lernen die Orte kennen, die den Verlauf des Krieges mit Napoleon maßgeblich bestimmten. Die Exkursion beginnt mit einem Besuch der berühmten Befestigung der Brücke von Borisow, die vor dem Krieg von 1812 nach einem Entwurf des Ingenieurs General K. I. Opperman erbaut wurde. Diese Erdfestung ist ein einzigartiges Ingenieurbauwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert – im modernen Europa gibt es praktisch keine Befestigungsdenkmäler dieser Art mehr. Wir besuchen auch den Stakhovsky-Wald, das Schlachtfeld der blutigen Schlacht zwischen der russischen Armee unter Admiral Tschitschagow und dem Korps der französischen Marschälle Oudinot und Ney. An dieser Schlacht nahmen etwa 50’000 Soldaten teil. Wir erfahren etwas über die Taten der Schweizer Division. Auf dem Brilewskoe-Feldbesuchen wir die Denkmäler für die auf beiden Seiten gefallenen Soldaten. Und hier können wir versuchen, das historische Rätsel des Dorfes Zaniwki zu lösen – dem Hauptquartier von Kaiser Napoleon. Nachdem Sie die Beresina auf der Weselowski-Brücke überquert haben, genießen Sie die Landschaft ihres weiten Tals. Im Dorf Studenka besuchen wir das Denkmal für die europäischen Soldaten. Hier am Flussufer, befindet sich der Ort der großen Tragödie der französischen Armee, der in allen Memoiren der Zeitgenossen beschrieben wird – der Beresina-Übergang.

Bild: Borisov

Quelle: Homepage der Republik Belarus

Mittagessen

Heute ist Borisow auch als Heimatort des Fußballvereins „BATE“ bekannt. Wir werden das vielleicht markanteste moderne Architekturobjekt von Belarus sehen – das Gebäude der Borisow-Arena, welche internationale Spiele auf höchstem Niveau ausrichten kann.

Rückkehr nach Minsk. Abendessen, Übernachtung in Minsk.

Tag 5: Mittwoch, 3. September: Dududki & Minsk

Frühstück, danach Ausflug zum Museum für materielle Kultur Dudutki (ca. 5½ Stunden). Das ethnografische Museum von Dudutki wurde 1995 durch die Bemühungen von Enthusiasten unter der Leitung von E. Budinas gegründet und ist heute eines der meistbesuchten in Weißrussland. Dort sind Exponate des Volkslebens und funktionierende Werkstätten eines belarussischen Landguts aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Wir werden die einzige funktionierende Windmühle in Belarus anschauen, und in einer Töpferwerkstatt einem Meister an der Töpferscheibe bei der Arbeit zusehen. Wir werden eine alte Schmiede aus dem 19. Jahrhundert besuchen und Sie können ein Hufeisen schmieden, das Glück bringen soll… Auch eine traditionelle Tischlerwerkstatt mit Werkzeugen alter Meister und eine malerische Bäckerei mit der Geschichte des Brotbackens sind zu besichtigen, ebenso wie eine Oldtimer-Ausstellung. Außerdem gibt es einen Stall mit Orlow- Rassepferden, Straußen, Wildschweinen und anderen Tieren. Wir werden mit historischen Kutschen und Wagen ausgefahren, besuchen eine malerische Picknickwiese und tauchen in die Atmosphäre eines Adelssitzes ein. Während der Exkursion werden wir drei Verkostungen genießen:

  • in der Schwarzbrennerei: Schnaps, Brot, eingelegte Gurken, Honig
  • in der Bäckerei: frisch gebackenes Brot, 3 Käsesorten, Butter, Tee
  • in der Mühle: Bauernbrot mit Schmalz

Bild: Dudutki Museum

Quelle: yesbelarus

Mittagessen, Rückkehr nach Minsk.

Nachmittagsprogramm

Tag 6: Donnerstag, 4. September, Flug nach Istanbul und weiter nach Zürich oder Basel.

Reisepreis: 2’200 Fr.

Im Reisepreis inbegriffen sind:

Unterkunft: 4 Nächte in Minsk, 1 Nacht in Brest im Doppelzimmer. Für Einzelbelegung ist ein Aufpreis zu bezahlen.

Mahlzeiten: 5 Frühstücke + 5 Abendessen

Transport: Kleinbus der Touristenklasse auf der Strecke

Dienste eines englischsprachigen Reiseführers

Ausflüge mit Museumseintrittskarten:

  • Stadtrundfahrt durch Minsk
  • Ausflug Denkmäler Mir und Nesvizh
  • Ausflug zum Museum für materielle Kultur Dudutki mit Degustationen
  • Stadtrundfahrt durch Brest
  • Besuch des Brester Festungsmuseums
  • Besuch der Belovezhskaya Pushcha (Naturmuseum, Tiergehege)
  • Stadtrundfahrt durch Borisov
  • Besichtigung der Schlachtfelder von 1812

Flüge von Basel oder Zürich nach Minsk und zurück.

Die Mittagsmenüs – in der Regel nicht mehr als 15 Euro pro Person – sind selbst zu berappen.

Interessenten sind gebeten, sich per Mail ralphbosshard@yandex.com an den Veranstalter zu wenden.

So ist Russland

Auf meine Russlandreise im Herbst 2023 – die erste seit «Corona» – habe ich mich besonders gefreut. Während gut drei Wochen habe ich Freunde in Moskau, St. Petersburg und einem kleinen Ort in der Nähe von Uljanowsk besucht. Vorab: Unverändert ist die Herzlichkeit und Sorgsamkeit, die man in Russland antrifft, nicht nur die meiner Bekannten. 

Wer Russland bereist, kennt sie: beim Einkaufen, im Restaurant, beim Reisen und im persönlichen Umgang sowieso. Die allermeisten Leute sind höflich, hilfsbereit und aufmerksam, etwas was mir seit jeher aufgefallen ist und mich immer wieder aufs Neue berührt. Selbst in der Riesenmetropole Moskau, die mir bei jedem Besuch grösser und geschäftiger erscheint, ist das so. Ich habe auch 2023 keine mürrischen Fahrkartenverkäuferinnen, Kellner, Verkäufer und Busfahrerinnen erlebt. Der Geschäftsalltag mag hart sein, zu spüren ist das im Alltag wenig.

Gespräche mit Freundinnen und Freunden drehten sich, abgesehen von viel persönlichem, natürlich auch um die feindselige gewordene Stimmung im «Westen», die natürlich registriert wird und um den Krieg in der Ukraine. Die veränderte Stimmung im Westen und Geschichten über die Ausgrenzung von russischen Menschen, Reisebeschränkungen (die ziemlich konsequent als Schikanen bezeichnet werden) oder Startverbote für Sportlerinnen und Sportler werden mit Bedauern und Unverständnis zur Kenntnis genommen. Trotzdem habe ich niemanden angetroffen, der sich für «Gegenmassnahmen» und eine Abschottung Russlands stark macht. «Lautsprecher» in Medien, welche als Rache die Einnahme von Berlin fordern, «ДУРАК» oder mit noch schlimmeren Bezeichnungen bedacht. Ernst nimmt sie niemand.

Nach meiner Beobachtung hat sich nach den wirklich schwierigen Gorbatschow- und Jelzin-Jahren eine grosse Mehrheit auf einem Weg der Öffnung hin zu Europa gesehen. Der westliche «way of life» übte eine Faszination aus, ohne dass man auf die eigene Identität und lieb gewonnene Traditionen verzichtet hat. Diese Stimmung hat sich merklich abgekühlt. Niemand in Russland denkt daran, Menschen in Deutschland, Grossbritannien oder der Schweiz «Ratschläge» zur politischen Ordnung oder zu gesellschaftlichen Fragen zu erteilen. Man nimmt quasi achselzuckend zur Kenntnis, dass einiges anders gemacht wird, als in Russland – was die Durchsetzung von Regeln anbelangt zum Beispiel. Die Enttäuschung über die «Zurückweisung» ist gross und «Belehrungen» kommen auch bei meinen Grunde europafreundlichen Freundinnen und Freunden nicht gut an. Russinnen und Russen zwar (meistens) höflich aber auch selbstbewusst und stolz. 

Natürlich drehten sich Gespräche auch um den Krieg gegen die Ukraine. Anders als bei uns oft kolportiert werden solche Diskussion durchaus kontrovers geführt. Geopolitische Fragen, der Schutz der russischstämmigen Bevölkerung und sicherheitspolitische Fragen werden ins Feld geführt und es ist auch hier Enttäuschung über den «Westen» zu spüren. Man argumentiert, dass ohne die Zustimmung der Sowjetunion die Wiedervereinigung Deutschlands nicht möglich gewesen wäre und dass Russland die Erweiterung von NATO und EU in Richtung Osten lange hingenommen hat. Man sieht aber immer stärker eine Gefahr aufziehen, dass die Eigenständigkeit und die eigene Kultur längerfristig wirklich bedroht sein könnte und da findet man es richtig, dass sich Russland dem entgegensetzt. Wie gesagt: Russinnen und Russen sind selbstbewusst und stolz auf ihre Kultur, ihre Traditionen und und ihren «way of life».

Trotzdem wird der Krieg in der Ukraine bedauert und zum Teil auch kritisiert. In allen Gesprächen wurde deutlich, dass man sich einen Waffenstillstand wünscht, und das rasch. Hass auf die Ukrainerinnen und Ukrainer habe ich keinen erlebt, dafür Bedauern über den Konflikt mit einem «Brudervolk», zu dem viele Russinnen und Russen nach wie vor persönliche Verbindungen haben, und die Hoffnung auf eine Versöhnung.
B.S., Zürich

Alexander von Humboldt – die Russlandexpedition

Mit seiner Russland-Reise im Jahr 1829 erfüllte sich für Alexander von Humboldt ein Jugendtraum. Nach dem Südamerika-Unternehmen dreissig Jahre zuvor war es seine zweite grosse Expedition – die bislang jedoch weitaus weniger bekannt ist.

Auf Einladung des Zaren Nikolaus I. bereiste Humboldt die Weiten des eurasischen Kontinents bis an die chinesische Grenze. Mehr als 18’000 Kilometer haben er und seine Begleiter während der Reise zurückgelegt. Während Humboldt die Natur erforschte – Berge und Gesteine, Tiere und Pflanzen und vor allem das Klima -, durchmass er zugleich ein Imperium, das sich in einer Phase der Repression befand. Von politischen Zwängen konnte auch er sich nicht freihalten.

Aus den Reisebriefen Humboldts an den russischen Finanzminister, an den Bruder Wilhelm und den Freund Francois Arago sowie dem Bericht seines Begleiters Gustav Rose hat Oliver Lubrich eine mehrstimmige Erzählung von dieser Expedition zusammengestellt. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild des schon damals international berühmten Gelehrten, aber auch des einfühlsamen Bruders und Freundes.

Reise zu den Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs in Ungarn

Die Rote Armee, eine unorganisierte, rote Horde aus schlecht versorgten, undisziplinierten Soldaten, geführt von gewissenlosen Offizieren und Generälen, die ihre Soldaten bedenkenlos ins Feuer der deutschen MGs hetzten? Der Fachmann kommt zu einem anderen Schluss, zumindest soweit es die Verteidigungsoperation am Balaton im März 1945 betrifft. Die Balaton Verteidigungsoperation stellt den Schlüssel zum Verständnis des Denkens sowjetischer Militärs im Kalten Krieg dar und erklärt, weshalb dieser in Mitteleuropa nie eskalierte.

Der Osten Österreichs und Ungarn sind eine offene Gegend, reich an Ressourcen, aber arm an natürlichen Hindernissen. Seit Jahrhunderten zogen zahlreiche Heere hie durch. Nachdem die magyarischen Nomadenkrieger Europa in Angst und Schrecken versetzt hatten, wurden sie selbst sesshaft und mussten sich Invasoren erwehren. Von dieser bewegten kriegerischen Geschichte zeigen heute noch zahlreiche Festungen.

Aufgrund zweifelhafter strategischer Entscheidung wurde die Region am Plattensee (Balaton) im März 1945 als Schauplatz der letzten großen Offensive der deutschen Panzerwaffe ausgewählt. Der sowjetische Abwehrerfolg ebnete den Weg nach Wien, das nicht zuletzt dank der Ereignisse am Balaton einen Monat später weitgehend unzerstört eingenommen werden konnte. Die Ereignisse dienen uns auf unserer Reise als Lehrstück für operatives Denken.

Tag 1: 6. Oktober 2025

Treffpunkt in Wien, Fahrt nach Heviz, dem wohl bekanntesten Kurort in Ungarn am gleichnamigen See. Der See wird aus einer 40°C warmen Quelle in 38 m Tiefe gespeist und weist an der Oberfläche auch im Winter minimal 28°C Temperatur auf, sodass Schwimmen und Baden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglich ist. Rund um den See finden sich Cafés, Restaurants und Läden. Dem Wasser des Sees wird heilende Wirkung zugeschrieben.

Bild: Badesee Heviz

Wir errichten unsere Basis in der Pension Vesta-Voyage auf dem Hügel oberhalb des Dorfzentrums, mit Aussicht über die Ebene am Westende des Sees und in die westlichen Ausläufer des Bakony-Waldes. In zwei nebeneinander liegenden Häusern beziehen wir schön hergerichtete Zimmer und Suiten, die alle über ein großes Doppelbett, ein separates Sofa, Tisch, Dusche/WC, Balkon und eine Kochnische verfügen. Parkplätze sind vor dem Haus verfügbar. Bei schönem Wetter werden wir im Garten zwischen den Häusern nach unseren Ausflügen unseren Apéro genießen. W-LAN und Fernseher sind in allen Zimmern vorhanden. Das Dorfzentrum befindet sich ca. 10 Gehminuten entfernt. Wem es einmal zu viel wird mit Militärgeschichte, kann sich folglich auch einmal einige Stunden alleine in Heviz verweilen oder auch einen Tag nach der Exkursion anhängen.

Bild: Vesta-Voyage und Zimmer

Von der Burg Szigliget werden wir uns einen Überblick über die Balaton-Region verschaffen und einen Abstecher in das Städtchen Keszthely machen.

Bild: Burg Szigliget

Tag 2: 7. Oktober 2025

Fahrt nach Székesfehérvár, Besichtigung der Altstadt, Mittagessen in einem gemütlichen Restaurant in der Altstadt und danach Blick in das Gelände, in welchem im März 1945 zwei SS-Panzerkorps angriffen. Wir werden das Gelände und die darin befindlichen Hindernisse anschauen und unsere Schlussfolgerungen in Bezug auf die Kriegsparteien machen. Mit einem Abstecher in die Burg Simontornya verschaffen wir uns eine kleine Abwechslung.

Bild: Burg Simontornya

Tag 3: 8. Oktober 2025

Fahrt in die Region Kaposvár. Auf dem Weg dorthin werden wir erneut das Gelände, beurteilen, in welchem eine deutsche Panzerarmee angriff und in welchem eine sowjetische Armee die Verteidigung führte. Das Mittagessen nehmen wir im Städtchen Kaposvár ein, das sich in den letzten Jahren herausgeputzt hat, was wir selbstverständlich anschauen werden. Auf dem Rückweg machen wir auf einem Hügel oberhalb von Weinbergen Halt und werden dort die lokalen Produkte verkosten.

Bild: Denkmal für die Rote Armee westlich von Kaposvár, an einem der Brennpunkte der Kämpfe im März 1945

Tag 4: 9. Oktober 2025

Fahrt zum Militärmuseum Zanka, wo wir einige der hauptsächlichen Waffensysteme unseres ehemaligen Feindes aus dem Kalten Krieg, der ungarischen Volksarmee ansehen werden. Anschließend werden wir vom Kab-hegy Hügel aus einen Blick in das Gelände werfen, in welchem die Rote Armee nach Abwehr der deutschen Angriffe zum Gegenangriff überging und die sogenannte Wiener Operation einleitete. Das Mittagessen nehmen wir im Städtchen Veszprém ein. Auf dem Rückweg machen wir einen zeitlichen Sprung ins späte Mittelalter, vor der Eroberung weiter Teile Ungarns durch die Osmanen, in der spektakulär gelegenen mittelalterlichen Festung Sümeg. Dort gibt es hinterher auch lokal gebraute Biere zu verkosten.

Bild: Festung Sümeg

Tag 5: 10. Oktober 2025

Rückkehr nach Wien. Wer mag, kann um 75.- € einen Tag in Heviz anhängen und sich etwas der Wellness hingeben.

Der Preis von 1’500.- Fr. pro Person schließt Transporte, Zimmer, Frühstück und Museumseintritte ein. Auch die Kaffeepausen auf den Exkursionen und die Mittagsverpflegung bezahlen wir aus der „Kriegskasse“. Alkoholische Getränke und die Abendessen sind nicht im Preis inbegriffen. Ein Abendessen ist ab 15.- € zu erhalten. Die Region bietet eine abwechslungsreiche Küche mit Fleisch, Fisch, Wild, Geflügel, sowie Rot- und Weißweine in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Interessenten sind gebeten, sich per Mail ralphbosshard@yandex.com an den Veranstalter zu wenden.

Reiseangebote 2025 – Freunde des Kaukasus

Die Freunde des Kaukasus veranstalten 2025 einige Reisen nach Russland, die Beschreibungen finden sich auf

abchasien.ch

RUSSLANDREISE GOLDENER RING  18. – 31. Mai 2025

Reise nach Russland;  Danzig, Kaliningrad, St. Petersburg, 

Jaroslavl, Susdal, Vladimir, Moskau, Kaluga Besuch bei Schweizer Milch und Weltraummuseum.

Kosten ab und bis Zürich   CHF 4‘750.–  
Maximal 16 Personen

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CHINA / RUSSLANDREISE     5. –  21. September 2025

Expeditionsreise nach China (Beijing) und Russland, Vladivostock, Sachalin,

Flusfahrt zum Leuchtturm Aniwa, Flussfahrt auf dem Amur, Nikolaievsk, 
Komsomolsk mit Suchoi Museum, Khabarovsk, Moskau
Kosten ab und bis Zürich   CHF 5‘850.–
Maximal 15 Personen 

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EISENBAHNREISE BAM    26. 9. – 12.10.2025

Expeditionsreise mit der Baikal – Amur – Magistrale, Krasnojarsk, Baikalsee, Tynda, Komsomolsk, Vladivostock, Beijing.
Kosten ab und bis Zürich   CHF 5‘850.–
Maximal 15 Personen 

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SIBIRISCHES HINTERLAND   10. – 26. Oktober2025

Expeditionsreise mit der Amur Yakutsk Magistrale, Beijing, Harbin, Heihe, Blagoveschensk, Yakutsk, Irkutsk, Baikalsee, Moskau
Kosten ab und bis Zürich   CHF 6‘850.–
Maximal 15 Personen 

Visum für Russland

Für Russland besteht eine Visapflicht. Bis zu einer Dauer von 16 Tagen besteht die Möglichkeit ein eVisa ohne Vorsprache beim Konsulat einzuholen.

Infoseite des Konsulats

zur Beantragung vom eVisa

Wer länger bleiben, empfehlen wir einen Visadienst zu beauftragen. Mitglieder unseres Vereins bieten diese Dienstleistung an. Selbstverständlich werden Sie auch beim eVisa unterstützt. Bitte kontaktieren Sie uns dazu.