Wie komme ich mit Menschen aus Russland in Kontakt

Am besten auf Reisen gehen – den Menschen wirklich begegnen

Wer Russland besucht, entdeckt ein Land voller Kultur, Herzlichkeit und Nachdenklichkeit. Ein Aufenthalt in Moskau, St. Petersburg oder in einer russischen Region ist weit mehr als eine Reise. Es ist eine Geste des Respekts und der Offenheit.

Die Schweizer Botschaft in Moskau unterstützt kulturelle und menschliche Begegnungen:
📍 moscow@eda.admin.ch

Wirtschaft, Kultur und kleine Gesten

Auch Handel, Bildung und Kultur sind Wege des Friedens. Ein Austausch zwischen Schulen, Hochschulen, Unternehmen oder Künstlern kann Vertrauen schaffen, wo früher Distanz war. Die Schweizerisch-Russische Handelskammer oder die Jointchambers bietet dafür eine Plattform. Sie fördert nicht nur wirtschaftliche Zusammenarbeit, sondern auch persönliche Begegnungen und kulturelle Initiativen.

Und den Präsidenten schreiben?

In einer Zeit, in der vieles von Misstrauen, Sanktionen und Vorurteilen geprägt ist, lohnt es sich, den Blick auf das Menschliche zu richten. Frieden beginnt dort, wo jemand bereit ist, sich zu öffnen, zuzuhören und das Gespräch zu suchen.

https://en.letters.kremlin.ru

Es ist klar: Vladimir Putin kann die vielen Zuschriften aus aller Welt nicht selbst lesen. Doch seine Mitarbeiter fassen die eingehenden Briefe und Mitteilungen zusammen, um ihm ein Bild davon zu geben, was Menschen denken, fühlen und hoffen. Darum kann auch eine einzelne Stimme Teil dieses Bildes werden, das Russland von der Welt empfängt.

Suvorov-Gedenkfeier in Andermatt

Am 24. September, versammeln sich Einheimische, Gäste und offizielle Delegationen zur Suworow-Gedenkfeier in Andermatt. Der russische Feldherr Generalissimus Alexander Suworow gilt als eine der bedeutendsten Militärgestalten seiner Zeit. Sein Zug durch die Schweizer Alpen im Jahr 1799, mit der dramatischen Schlacht gegen die Franzosen und der Überquerung mehrerer Alpenpässe, hat Geschichte geschrieben und Andermatt sowie die Teufelsbrücke zu symbolträchtigen Orten gemacht.

Schon am Vormittag werden Kranzniederlegungen am Gotthardpass abgehalten. Um 11:00 Uhr folgt die feierliche Gedenkveranstaltung bei der Teufelsbrücke, wo Reden, Musik und das Niederlegen von Kränzen an der Gedenkstätte den historischen Moment würdig begleiten. Anschließend lädt die Russische Botschaft zu einem Apéro ein.

Die Feier ist nicht nur ein Gedenken an die Opfer dieser kriegerischen Epoche, sondern auch ein Zeichen der Erinnerungskultur. Jahr für Jahr nehmen neben Schweizer Gästen auch viele Besucherinnen und Besucher aus Russland teil – für sie ist Suworow ein Nationalheld. Die Feierlichkeiten spiegeln so auch die Freude Russlands, das Andenken an seinen Generalissimus gemeinsam mit der Schweiz lebendig zu halten.

Zwischen Berglandschaft, geschichtsträchtiger Teufelsbrücke und der stillen Würde der Gedenkstätte entsteht ein besonderes Zusammenspiel von Natur, Geschichte und Erinnerung, das die Feier zu einem bewegenden Erlebnis macht.

Ein Lied von unserem Mitglied Stephan Zurfluh

Ein Amateur am Elbrus

SRF-Korrespondent Christof Franzen auf einer Expedition zum Berg Elbrus. Der Berg ist hoch, kalt und unberechenbar. Jedes Jahr fordert der 5642 Meter hohe Vulkan seine Opfer. Christof Franzen ist bergunerfahren und stellt sich der Herausforderung.

 

Unterwegs mit sibirischen Rentierzüchtern

Die Semjonows sind Nomaden vom Volk der Ewenken. Sie leben im sibirischen Jakutien, ganz im Osten Russlands. Im verschlafenen Dörfchen Iengra wohnen nur ein paar hundert Menschen. Doch einmal im Jahr wird es in Iengra lebendig, dann kommen tausende Besucher zum großen Fest der Rentierzüchter, mit dem das Ende des langen Winters eingeläutet wird

Traditionelle russische Küche

Eine kulinarische Reise mit Blinis, Soljanka, Mantis und vielem mehr durch die Küche Russlands.

Die Foodbloggerinnen Anna Matershev und Lena Kruglova nehmen Sie in diesem Kochbuch mit auf eine kulinarische Reise durch ihre Heimat. Neben Klassikern wie Borsch, Pelmeni, Soljanka, Bliny und Salat Olivier bringen Ihnen die Autorinnen auch mit weniger bekannten Köstlichkeiten wie der Fischsuppe Ucha oder den Kartoffelpuffern Draniki die Vielfalt der Küche Russlands näher.

Ob gefüllte Teigtaschen Manty, Kohlrouladen Golubzi oder Schichttorte Napoleon – bei den 100 traditionellen Rezepten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Weltgeschichte auf der Dorfbühne

Im Oktober 1799 überquerte General Suworow mit seiner russischen Armee von Elm her kommend den Panixerpass und kam mit 15’000 ausgehungerten Soldaten im Dorf Pigniu/Panix an, das damals etwa 70 Einwohner zählte. Die Armee verursachte grosses Elend. Eigentlich war es ein tragisches Ereignis. Und dennoch: Es lebt weiter und interessiert die Panixer noch heute, aber auch viele andere, in Graubünden, im Glarnerland, in der übrigen Schweiz und darüber hinaus. Es ist die Faszination der grossen Geschichte und der vielen kleinen Geschichten, die darüber erzählt werden.

«Wer dieses Buch in einem Zuge liest, wird eine Gesamtschau erhalten, die ihresgleichen sucht: Die Leser schauen ihm in die Augen, dem Hunger der russischen Soldaten, sie empfinden sie, die Not der ausgeraubten Panixer, sie spüren ihn, den Hauch der Weltgeschichte.

Aus dem Vorwort von Jürg Stüssi-Lauterburg

So ist Russland

Auf meine Russlandreise im Herbst 2023 – die erste seit «Corona» – habe ich mich besonders gefreut. Während gut drei Wochen habe ich Freunde in Moskau, St. Petersburg und einem kleinen Ort in der Nähe von Uljanowsk besucht. Vorab: Unverändert ist die Herzlichkeit und Sorgsamkeit, die man in Russland antrifft, nicht nur die meiner Bekannten. 

Wer Russland bereist, kennt sie: beim Einkaufen, im Restaurant, beim Reisen und im persönlichen Umgang sowieso. Die allermeisten Leute sind höflich, hilfsbereit und aufmerksam, etwas was mir seit jeher aufgefallen ist und mich immer wieder aufs Neue berührt. Selbst in der Riesenmetropole Moskau, die mir bei jedem Besuch grösser und geschäftiger erscheint, ist das so. Ich habe auch 2023 keine mürrischen Fahrkartenverkäuferinnen, Kellner, Verkäufer und Busfahrerinnen erlebt. Der Geschäftsalltag mag hart sein, zu spüren ist das im Alltag wenig.

Gespräche mit Freundinnen und Freunden drehten sich, abgesehen von viel persönlichem, natürlich auch um die feindselige gewordene Stimmung im «Westen», die natürlich registriert wird und um den Krieg in der Ukraine. Die veränderte Stimmung im Westen und Geschichten über die Ausgrenzung von russischen Menschen, Reisebeschränkungen (die ziemlich konsequent als Schikanen bezeichnet werden) oder Startverbote für Sportlerinnen und Sportler werden mit Bedauern und Unverständnis zur Kenntnis genommen. Trotzdem habe ich niemanden angetroffen, der sich für «Gegenmassnahmen» und eine Abschottung Russlands stark macht. «Lautsprecher» in Medien, welche als Rache die Einnahme von Berlin fordern, «ДУРАК» oder mit noch schlimmeren Bezeichnungen bedacht. Ernst nimmt sie niemand.

Nach meiner Beobachtung hat sich nach den wirklich schwierigen Gorbatschow- und Jelzin-Jahren eine grosse Mehrheit auf einem Weg der Öffnung hin zu Europa gesehen. Der westliche «way of life» übte eine Faszination aus, ohne dass man auf die eigene Identität und lieb gewonnene Traditionen verzichtet hat. Diese Stimmung hat sich merklich abgekühlt. Niemand in Russland denkt daran, Menschen in Deutschland, Grossbritannien oder der Schweiz «Ratschläge» zur politischen Ordnung oder zu gesellschaftlichen Fragen zu erteilen. Man nimmt quasi achselzuckend zur Kenntnis, dass einiges anders gemacht wird, als in Russland – was die Durchsetzung von Regeln anbelangt zum Beispiel. Die Enttäuschung über die «Zurückweisung» ist gross und «Belehrungen» kommen auch bei meinen Grunde europafreundlichen Freundinnen und Freunden nicht gut an. Russinnen und Russen zwar (meistens) höflich aber auch selbstbewusst und stolz. 

Natürlich drehten sich Gespräche auch um den Krieg gegen die Ukraine. Anders als bei uns oft kolportiert werden solche Diskussion durchaus kontrovers geführt. Geopolitische Fragen, der Schutz der russischstämmigen Bevölkerung und sicherheitspolitische Fragen werden ins Feld geführt und es ist auch hier Enttäuschung über den «Westen» zu spüren. Man argumentiert, dass ohne die Zustimmung der Sowjetunion die Wiedervereinigung Deutschlands nicht möglich gewesen wäre und dass Russland die Erweiterung von NATO und EU in Richtung Osten lange hingenommen hat. Man sieht aber immer stärker eine Gefahr aufziehen, dass die Eigenständigkeit und die eigene Kultur längerfristig wirklich bedroht sein könnte und da findet man es richtig, dass sich Russland dem entgegensetzt. Wie gesagt: Russinnen und Russen sind selbstbewusst und stolz auf ihre Kultur, ihre Traditionen und und ihren «way of life».

Trotzdem wird der Krieg in der Ukraine bedauert und zum Teil auch kritisiert. In allen Gesprächen wurde deutlich, dass man sich einen Waffenstillstand wünscht, und das rasch. Hass auf die Ukrainerinnen und Ukrainer habe ich keinen erlebt, dafür Bedauern über den Konflikt mit einem «Brudervolk», zu dem viele Russinnen und Russen nach wie vor persönliche Verbindungen haben, und die Hoffnung auf eine Versöhnung.
B.S., Zürich

Sinnsuche am Baikalsee

SRF-Korrespondent Christof Franzen reist an den Baikalsee, einen der grössten Seen der Welt. Dort soll es laut den Einheimischen Kraftorte und besondere Energien geben. Wird sie der Polit-Journalist auch spüren?

111 Gründe Russland zu lieben

Es gibt ja Menschen, die meinen, man könne Russland gar nicht verstehen. Man müsse an das Land einfach glauben. Das mag stimmen, wenn man es gleich in seiner ganzen Grösse von der Ostsee bis zum Pazifik, vom Schwarzen Meer bis zum Arktischen Ozean in Angriff nimmt. Aber man muss ja nicht gleich alles lieben und kann viele kleine und grosse, eben 111 Gründe finden: die Grossherzigkeit vieler Menschen, den fantastischen Baikalsee, die überwältigende Liturgie der orthodoxen Kirche oder einfach nur die mitunter unendlich scheinende Weite des Landes.

Und dann gibt es noch die bittersüssen Gründe, bei denen einem, wie man in Russland sagt, «die Seele wehtut». Denn zum Schluss ist Russland ein Land wie viele andere auch. Vielleicht ein bisschen grösser, aber genauso widersprüchlich – und eben deshalb liebenswert.

Sibirien total

Ein faszinierendes Abenteuer am Rande der Zivilisation. Der langjährige Russlandkorrespondent Christof Franzen und der Dokumentarfilmer Dave D. Leins wagen eine beschwerliche Reise zu den Rentiernomaden in der Wildnis Sibiriens.