Sibirien total

Ein faszinierendes Abenteuer am Rande der Zivilisation. Der langjährige Russlandkorrespondent Christof Franzen und der Dokumentarfilmer Dave D. Leins wagen eine beschwerliche Reise zu den Rentiernomaden in der Wildnis Sibiriens.

Schweizer in Moskau

In Moskau leben nur rund 800 Schweizerinnen und Schweizer. Was sind das für Menschen, die die Hauptstadt von Russland zu ihrer neuen Heimat gemacht haben? SRF DOK hat in einer sehenswerten, vierteiligen Dokumentation sechs Schweizer Auswanderer bei ihrem Moskau-Abenteuer begleitet.

In der ersten Folge geht es mit Julie Bächtold übers Wochenende auf die Datscha ihrer russischen Schwiegereltern. Hotelier Dominique Godat hat von einem russischen Oligarchen den Auftrag erhalten, das Metropol wieder zum ersten Hotel von Moskau zu machen. Svetlana Guggenbühl hat russische Wurzeln, aber lange in der Schweiz und in London gelebt. In Russland will sie ihr eigenes, junges Kaffeebusiness vorantreiben. Die Westschweizerin Dorothea Kolde befindet sich momentan in einer neuen Lebensphase. Nach 20 Jahren hat sie sich von ihrem russischen Ehemann getrennt, in die Schweiz zurückzukehren ist für sie jedoch keine Option. Auch Roland Lei könnte sich ein Leben in der Schweiz nicht mehr vorstellen. Der 61-Jährige Bauunternehmer hat schon so manche Krise in Russland überstanden.

In der zweiten Folge geht freut sich Hotelier Dominique Godat auf eine grosse Oldtimer-Rallye und Julie Bächtold ist im Umzugsstress. Svetlana Guggenbühl und ihr australischer Freund Keiran machen sich auf den Weg nach St.Petersburg zu einer Kaffee-Degustation. Bauunternehmer Roland Lei hat seine beiden Söhne aus der Schweiz zu Besuch und seine  Freundin Katja feiert Geburtstag. Die Westschweizerin Dorothea Kolde arbeitet als Menschenrechtsbeauftragte, ein Italienischkurs lenkt sie ab von ihrem mitunter harten Job. Lorenz Widmer und seine Familie werden von seinen früheren Gasteltern am Flughafen herzlich empfangen. Das Abenteuer Moskau kann auch für sie beginnen.

In der dritten Folge wartet auf Svetlana eine Überraschung: Ihr alter Tanzpartner Matt ist zu Besuch. Für die Kaffeehändlerin eine willkommene Abwechslung. Dorothea Kolde bekommt von ihrer Tochter Sophia einen Töpferkurs geschenkt. Für Hoteldirektor Dominique Godat stehen ein paar besondere Tage bevor. Seine Frau Barbara und Tochter Caroline sind zu Besuch. Julie Bächtold ist im Stress. Die wichtigste Handelsmesse des Jahres steht an und Julie betreut eine hochrangige Delegation aus der Schweiz. Und zu guter Letzt: Lorenz Widmer und seine Familie beziehen ihre neue Wohnung im Zentrum. Das Problem: Die verschifften Möbel sind immer noch nicht da. Um nicht auf dem Boden zu schlafen, muss Lorenz improvisieren.

In der vierten Folge macht Svetlana Guggenbühl einen Abstecher aufs Land, in das Haus ihrer Kindheit. Nun muss die Jungunternehmerin entscheiden, ob sie «nur» ihr Kaffeebusiness vorantreibt oder auch im Unternehmen ihres Vaters mehr Verantwortung übernimmt.

Bauunternehmer Roland Lei erholt sich bei einem Ausflug mit dem Segelboot. Mit an Bord ist auch Freundin Katja. Sogar das Wetter spielt mit. Trotzdem macht sich Roland Sorgen.

Für Hoteldirektor Dominique Godat steht ein wichtiger Event an. Der einflussreiche Restaurantführer Gault-Millau feiert die jährliche Punkteverleihung, ausgerechnet im Metropol – da muss alles stimmen. Der Clou: Dominiques Chefkoch Andrej ist selbst nominiert.

Dorothea Kolde geht ganz auf in ihrem Job. Als Beauftragte für Menschenrechte reist sie nach Jekaterinburg, einem der Austragungsorte der WM. Für den Bau des Stadiums und der Hotels werden viele ausländische Arbeiter beschäftigt. Werden die Arbeitsbedingungen für die Migranten eingehalten?

Als Kontrastprogramm zur Grossstadt besuchen Lorenz Widmer, Ehefrau Caroline und die Kinder Juri und Nora alte Schweizer Freunde auf der Datscha. Erst mit dem Zug, dann geht es zu Fuss weiter. Um das Naturerlebnis richtig zu geniessen, nimmt die kleine Familie extra einen Umweg durch den Wald. Doch kurz vor dem Ziel verlaufen sie sich. Zum Glück spricht Lorenz Russisch. Ob die Einheimischen weiterhelfen können?

Julie Bächtold ist in Partylaune. Die neue Wohnung ist endlich fertig. Das muss gefeiert werden. Alle Freunde sind gekommen. In den eigenen vier Wänden feiert es sich in Russland halt immer noch am besten. Es wird gelacht, getrunken und gesungen. Doch warum sind russische Lieder eigentlich immer so traurig?

Schweizer Bauer in Kaluga

Schweizer Bauer in Russland

Roland Riesen, geboren im Emmental, hat einen gutbezahlten Beruf als Labortechniker in der Schweiz aufgeben, um in der Nähe der Kleinstadt Tarussa (Region Kaluga) auf einem Ökobauernhof zu arbeiten und Käse zu produzieren.

Seine Affinität zu Russland und seine Neugier auf das Land entstand schon in der Jugendzeit. Auslöser waren unter anderem Hollywoodfilme, in denen die Russen immer die «Bösen» waren. Er fragte sich damals, ob das irgendeinen Bezug zur Realität hätte. Während der Ausbildung erhielt er dank persönlichen Kontakten an der Berufsschule Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen.

Nach einer ersten Reise 2014 nach Russland verfestigte sich der Entscheid, die Zelte in der Schweizer abzubrechen und sich in Russland eine neue Existenz aufzubauen. Die Sorgsamkeit und die Hilfsbereitschaft vieler Menschen sind Charakterzüge, die ihm im Alltag besonders positiv auffallen.

In einem YouTube-Video, welches in deutscher Sprache und in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln verfügbar ist, erzählt Roland Riesen über sein neues Leben in Russland.

Du weisst mich jetzt

Auf dem Dachboden der Eltern stösst Beatrice Schmid auf ein wahres Fundstück: Dokumente ihrer Grossmutter Marie und ihrer Grosstante Paula. Es sind Briefe, Fotos, Artikel und andere Unterlagen, in denen sich die Katastrophen sowie die bedeutenden Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.

Die eine, Paula, emigriert in den Anfangsjahren der Sowjetunion aus Basel nach Moskau, um am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitzuwirken, blutjung und frisch verheiratet. 1937 wird ihr Mann erschossen, ihre zweijährige Tochter in ein Heim gesteckt, und sie kommt in den Gulag. Nach Stalins Tod wird sie rehabilitiert und findet ihre Tochter wieder. Trotz allem verbleibt sie in der Partei und verliert ihre Zuversicht nicht. Die andere, Marie, wird mit elf Jahren Waise und muss als Magd dienen. Sie wird Hilfsarbeiterin in Basel, sozialisiert sich politisch und ist bis zur Heirat mit Paulas Bruder stolz auf ihre Unabhängigkeit.

Sie beginnt zu schreiben, veröffentlicht Artikel und setzt sich mit ihrem tiefen Gerechtigkeitsempfinden für die Rechte der Frauen ein. Das Schicksal ihrer Schwägerin lässt sie 1956 mit Protest aus der Partei der Arbeit austreten.

Beatrice Schmid nimmt uns mit auf ihre Recherchereise. Sie beschreibt, wie sie das Leben und Erbe ihrer engagierten Vorfahrinnen entdeckt, deren mutige Lebensgeschichten einen nicht mehr loslassen.

Schlafend zum Baikalsee

Moskau, Nischnij Nowgorod, Jekaterinburg, Nowosibirsk, Krasjonarsk, Irkutsk – einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren, davon träumt jeder Eisenbahnbegeisterte. Doch dieses Abenteuer ist noch zu steigern: ein findiger Russe schaffte es tatsächlich, einen kompletten Schlafwagen durch halb Europa bis an den Baikalsee zu bringen. Diese absolut einmalige Reise liess sich Eisenbahn-Romantik nicht entgehen und buchte zwei Schlafwagenabteile.

Reiseorganisator waren der Russe Anton Tarasov, der gerade sechs Jahre in Deutschland gearbeitet hat, und der deutsche Ingenier Matthias Meeh, der bei Siemens moderne Loks testet. Das Programm während der Fahrt war randvoll: Drehgestellwechsel in Brest (Weissrussland), zwei Bahnmuseen in Moskau, die viertägige Fahrt auf der Transsib und als Höhepunkt eine Dampfzugfahrt am Baikalsee entlang.

Die beeindruckende Dampflok russischer Bauart zog den Schlafwagen auf der 80 km langen Museumsbahnstrecke direkt am See entlang bis zum Zielbahnhof Port Baikal. Dort präsentierte sich der grösste Binnensee der Welt, zugleich der größte Trinkwasserspeicher der Erde, an einem fast wolkenlosen Sommertag in seiner ganzen Pracht. Umrahmt von Bergen bis 2000m Höhe wirkt der Baikalsee wie ein gigantischer Alpensee. Viele Wanderer sind unterwegs und rasten mitunter an einem der vielen Picknickplätze am Ufer. Unzählige Tunnel und Brücken, sowie die Bahnhöfe aus Holz im typischen sibirischen Stil prägen die Strecke, die einmal ein wichtiger Teil der Transsibirischen Eisenbahn war und jetzt als russisches Kulturgut vor allem dem Tourismus dient.

 

Russland aus der Ferne ….

Kurz nach der ersten Russischen Revolution macht sich der junge Liestaler Alfred Gysin auf die Reise, um von 1906 bis 1907 in der ukrainischen Region Donbass bei einer Unternehmerfamilie als Hauslehrer zu arbeiten. In den Briefen an seine Angehörigen in der Schweiz berichtet er begeistert vom Leben in der neuen Heimat, schwärmt von der Vielfalt der Kulturen und träumt von einer beruflichen Zukunft im «wilden Osten». Die faszinierenden Selbstzeugnisse ruhten Jahrzehnte in einem Basler Familienarchiv und werden hier erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die reich illustrierte Edition wird durch eine Sammlung historischer Essays ergänzt, die die Hintergründe von Gysins Russlandabenteuer beleuchten. Die Spuren führen von der Geschichte der schweizerisch-russischen Beziehungen über die internationalen Verflechtungen der Abstinenzbewegung bis hin zu den zeitlosen Träumen eines jungen Menschen von einem Leben in der Fremde.
​Über den Herausgeber:

Frithjof Benjamin Schenk (* 1970) ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Basel. Der vorliegende Band ist das Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojektes mit Studierenden.

Na warte!

(1969 – 1986, 16 Episoden, russisch mit englischen Untertiteln)

Die beliebteste Zeichentrickserie der Sowjetunion ist über mehrere Jahrzehnte entstanden. Die Handlung erinnert etwas an Tom und Jerry, wobei hier ein Wolf hinter einem Hasen her ist. Es wurden viele aktuelle russische Musiktitel verwendet und die Handlung spielt in der Sowjetunion.

Besucherin aus der Zukunft

Besucherin aus der Zukunft
(1986, russisch mit englischen Untertiteln)


Ein Junge findet eine Zeitmaschine und reist etwa 100 Jahre in die Zukunft. Von dort kommt er in die 1980er Jahre zurück und es folgen ihm ein Mädchen aus der Zukunft und formwandelnde Piraten. Die TV-Serie basiert auf den Büchern vom berühmten russischen Science-Fiction-Autor Kir Bulytschow. Es war lange Zeit die bei weitem beliebteste TV-Serie für Kinder und Jugendliche in Russland

12 Stühle

Zwölf Stühle
(1971, russisch mit englischen Untertiteln)


Die Kriminalkomödie spielt in den 1920er Jahren. Zwei kleine Gruppen suchen nach 12 Stühlen, in denen vor der Revolution Diamanten versteckt worden waren. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow aus dem Jahr 1928. Es gab davon auch verschiedene andere Verfilmungen, unter anderem in den USA von Mel Brooks, aber auch in Italien, Frankreich und Deutschland.
Regie: Leonid Gaidai.